Größte Solarthermieanlage Deutschlands entsteht in Leipzig
In Lausen-Grünau realisieren die Leipziger Stadtwerke ein zukunftsweisendes Projekt: die größte Solarthermieanlage Deutschlands. Der Bau verläuft planmäßig, die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Damit setzt die Stadt ein starkes Zeichen für nachhaltige Fernwärme und erneuerbare Energien, BeitragsWelt berichtet.
Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von rund 14 Hektar mit etwa 65.000 m² Kollektorfläche. Geplant ist eine jährliche Wärmeproduktion von etwa 26 GWh, was im Sommer rund 20 % des täglichen Wärmebedarfs Leipzigs decken kann. Die Spitzenleistung beträgt bis zu 41 MW, erreicht durch effiziente Vakuumröhrentechnologie. Seit dem Baubeginn im März 2024 sind bereits 50 % der Rohre und Kollektoren installiert. Ein intelligenter Algorithmus steuert den Wasserfluss abhängig von der Sonneneinstrahlung – für maximale Effizienz.

Auch die Gestaltung des Areals folgt ökologischen Prinzipien: Unter und neben den Kollektoren entstehen Blühwiesen, Hecken und Obstbäume. Eine Schafherde wird künftig das Gras kurz halten – ein Beitrag zur Biodiversität und zur naturnahen Pflege der Fläche.
Im Vergleich zu bisherigen Anlagen ist Leipzigs Projekt ein Quantensprung: Die bislang größte Solarthermieanlage in Greifswald kam auf nur 18.700 m² Fläche mit rund 8 GWh Jahresleistung. Deutschlandweit existieren derzeit 52 solarthermische Fernwärmenetze mit insgesamt rund 153.000 m² Kollektorfläche – Leipzig allein trägt künftig fast die Hälfte einer solchen Gesamtkapazität bei.
Solarthermie liefert pro Quadratmeter etwa drei Mal mehr Energie als Photovoltaik und bis zu 45 Mal mehr als Biomasse. Die Anlage in Leipzig verbindet Solarthermie, Blockheizkraftwerk und Wärmespeicher zu einem innovativen Kraft-Wärme-Kopplungssystem. Mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Mio. €, davon etwa 16 Mio. € gefördert, wird hier ein Meilenstein für klimaneutrale Wärmeversorgung gesetzt – ein Modell für Städte bundesweit.
