Warum leben manche Tiere nur wenige Tage während andere Jahrtausende alt werden können
Der enorme Altersunterschied zwischen verschiedenen Tierarten fasziniert Wissenschaftler seit Langem. Während Winzlinge wie Spitzmäuse oft nur knapp ein Jahr leben, erreichen einige Meeresschwämme erstaunliche Lebensspannen von über 15.000 Jahren. Auch der Grönlandwal beeindruckt mit einer Lebensdauer von mehr als 200 Jahren. Forscher der University of Bath sind nun einen Schritt weitergekommen, um zu verstehen, was Tierarten so unterschiedlich alt werden lässt.
LEBENSDAUER UND GENETISCHE FAKTOREN
Die Forschungsgruppe fand heraus, dass bei Säugetieren größere Gehirne und eine höhere Anzahl an Genen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, tendenziell mit längerer Lebensdauer korrelieren. Diese genetische Ausstattung könnte Tieren helfen, Krankheiten besser abzuwehren und Zellschäden zu reparieren, was das Altern verlangsamt. Das erklärt, warum Tiere mit komplexeren Gehirnstrukturen tendenziell länger leben als kleinere Arten.
Darüber hinaus spielen auch ökologische und biologische Faktoren eine Rolle: Tiere, die in sichereren Lebensräumen leben oder weniger Fressfeinde haben, entwickeln oft längere Lebensspannen. Gleichzeitig beeinflussen Fortpflanzungsstrategien und Stoffwechselraten die Lebensdauer maßgeblich.
Die Studie liefert wichtige Einblicke in die Mechanismen des Alterns und kann auch den Menschen bei der Erforschung von Alterskrankheiten helfen. Ein besseres Verständnis der genetischen Grundlagen für Langlebigkeit könnte neue Ansätze für medizinische Interventionen eröffnen.
So zeigt die Untersuchung von Bath, wie komplex die Zusammenhänge zwischen Genetik, Umwelt und Lebensdauer sind, und warum die Natur extreme Lebenszeiten bei Tieren ermöglichen kann – von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahrtausenden.
