Theologin Regina Polak über Glaubenswege und Wertewandel in Österreich
Glauben in Österreich steht heute vor neuen Herausforderungen. Regina Polak, Praktische Theologin und Werteforscherin, hat sich in einer groß angelegten Studie intensiv mit der Frage auseinandergesetzt: „Was glaubt Österreich?“ In einem offenen Gespräch beschreibt sie ihren persönlichen Glaubensweg, der von einer atheistischen Phase geprägt war, und reflektiert die gesellschaftlichen Veränderungen im Umgang mit Religion.
PERSÖNLICHER GLAUBENSWEG
Regina Polak wuchs in einer Familie auf, die zwar einen diffusen Glauben an Gott hegte, jedoch ohne klare religiöse Praktiken oder Überzeugungen. Ihre Jugend war geprägt von Zweifeln und einer Phase des Atheismus, weshalb „ihr Kinderglaube ihr abhanden gekommen“ ist. Dieser Umbruch war für sie wichtig, um ihre heutige, reflektierte Haltung zu Religion und Spiritualität zu entwickeln. Sie zeigt auf, dass Glauben kein starres Konzept ist, sondern sich im Lauf des Lebens verändern und wachsen kann.
RELIGION UND GESELLSCHAFT IN ÖSTERREICH
Die von Polak geleitete Studie gibt Einblicke, wie Austro-Gesellschaft heute mit Religion umgeht und welche Werte ihnen wichtig sind. Dabei zeichnet sich eine Tendenz zu individueller Spiritualität ab, während institutionalisierte Kirche immer weniger Rückhalt findet. Menschen suchen zunehmend nach Sinn und Identität jenseits traditioneller Glaubensvorstellungen. Polak betont, dass dies keine Abkehr vom Glauben an sich bedeutet, sondern eine Transformation, die neue Formen des religiösen Ausdrucks hervorbringt.
SPANNUNGEN UND DIALOG
Trotz der Veränderungen ist der Dialog zwischen Gläubigen, Nicht-Gläubigen und gesellschaftlichen Gruppen zentral. Polak sieht die Herausforderung darin, unterschiedliche Überzeugungen wertschätzend zu begegnen und einen Raum für Austausch zu schaffen. Dabei sei es wichtig, die Pluralität von Weltanschauungen anzuerkennen und den Respekt im Miteinander zu fördern.
ZUKUNFT DES GLAUBENS IN ÖSTERREICH
Abschließend bewertet Polak die Zukunft des Glaubens optimistisch, solange Offenheit und Reflexion bestehen bleiben. Der Wandel sei Chancen und Herausforderung zugleich, um Werte bewusst neu zu formulieren und Gemeinschaft trotz Vielfalt zu stärken. Ihr persönliches Glaubensprofil zeigt, wie individuell und dynamisch Religion sein kann – ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die sich im Wandel befindet.
